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Zielfernrohr

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Zielfernrohr Schema.jpg

Zielfernrohre, kurz ZF, sind Fernrohre mit einer Visiereinrichtung. Hierbei handelt es sich um Kepler-Fernrohre, welche eine korrekte Darstellung ermöglichen. Verbaut werden u.a. eine Umkehrlinse bzw. Umkehrlinsensystem, damit kein auf dem Kopf stehendes Bild entsteht. Pate für Zielfernrohre war der Diopter, eine Art Lochblende, statt einer Kimme, die auch heute noch zu finden ist. Zielfernrohre werden mithilfe von Schienen oder entsprechende Einhark- bzw. Klemmvorrichtungen an Waffen befestigt. Fehlen diese, so kann ein Büchsenmacher oder der "Fachhandel" entsprechende Montagebasen an eine Waffe montieren bzw. Zubehör zur Montage liefern. Üblich ist die die Anbringung eines Zielfernrohres an einem Gewehr, sie können aber auch an Revolver oder Pistolen montiert werden. Sie werden ferner an Messgeräten zur genauen Ausrichtung angebracht.

Zielfernrohre sind komplexe optische und mechanische Werkzeuge. Um Farbfehler oder Doppelkonturen zu vermeiden werden Gläser vergütet, bei besseren ZFs kommen auch mehrfachvergütete Gläser zum Einsatz. Vergütungen dienen aber auch neben der Entspiegelung der Vermeidung von Reflexionen und sollen ein Beschlagen der Gläser verhindern. Gegen das Beschlagen dienen allerdings hauptsächlich Argon- oder Stickstofffüllungen. Während des Transportes werden die Ein- und Austrittsöffnungen mit Klappen oder Abdeckungen verschlossen bzw. abgedeckt. Einerseits soll dies die Linsen vor Beschädigungen und Staub schützen, andererseits dienen diese Abdeckungen auch um Lichtreflexe und damit Aufmerksamkeit zu vermeiden. Präzisionsschützen öffnen daher erst kurz vor der Schussabgabe die "Klappen". Einige Zielfernrohre haben eine Art Wabenfilter auf der Lichteintrittsseite, um im Einsatz nicht zu reflektieren. Häufig wird die Eintrittslinse nicht direkt an der Front des ZFs verbaut, sondern etwas nach hinten versetzt, die überstehende "Frontröhre" ist dann teilweise mit Materialien versehen, die Lichtreflexe verhindern sollen. Einige kennen dies von der Streulichtblende des Kameraobjektives. Manche Zielfernrohre werden mit eingebauten Entfernungsmesser angeboten. An Waffen, mit entsprechenden Möglichkeiten kann dieser aber auch separat befestigt werden. Zielfernrohre können auch mit einem Laseraufsatz oder einem Reflexvisier kombiniert bzw. ergänzt werden.


Es gibt Zielfernrohre in unterschiedlichsten Ausführungen und Größen und sie werden entsprechend ihrem Einsatzzweck gebaut. Eine Bezeichnung von z.B. 4 X 32 bedeutet vereinfacht, dass das Ziel vierfach vergrößert wird und die Eintrittspupille einen Durchmesser von 32 mm hat. Die Bundeswehr hat u.a. ein Zielfernrohr von Schmidt & Bender, Ausführung 3–20 × 50 PM II, in Gebrauch (Stand 2015). Dieses Zielfernrohr hat einen variablen Vergrößerungsfaktor von dreifach bis zwanzigfach. Der Durchmesser der Eintrittspupille beträgt 50 mm. Neben Schmidt & Bender bieten Firmen wie z.B. Walther, Zeiss, Nikon u.v.m. Zielfernrohre an. Nicht immer ist ein hoher Vergrößerungsfaktor wünschenswert, da das Sehfeld bei zunehmender Vergrößerung kleiner wird. Bei zu starker Vergrößerung kann ein naheliegendes Ziel nicht mehr richtig erfasst werden, da es schlicht zu groß dargestellt wird. Zu kleine Vergrößerungsfaktoren sind für Fernschüsse ungeeignet, das Ziel wirkt dann schlicht zu klein.


Der Durchmesser der Eintrittspupille hat ebenfalls Einfluss auf die optischen Eigenschaften: Je größer dieser ist, umso mehr Licht kann in das Zielfernrohre einfallen. Mehr Licht bedeutet, das Abbild ist klarer und heller. Auch bei schlechten Lichtverhältnissen, z.B. Dämmerung, hat ein stärkerer Lichteinfall Vorteile, das ZF kann "länger" verwendet werden. Das Gewicht des Zielfernrohres wird allerdings vom Durchmesser der Eintrittspupille in die Höhe getrieben, da Tubus und Glasteile entsprechend größer ausgeführt sind. Bei lichtstarken und variablen Zielfernrohren kann da schon mal ein knappes Kilogramm zusammenkommen. Ebenfalls besteht die Möglichkeit, ein Zielfernrohr durch ein Nachtsichtgerät zu ergänzen.

Variable Zielfernrohre können besser an jeweilige Anwendungen angepasst werden und sind daher flexibler. Gegenüber ihre Kollegen mit Festbrennweite sind diese allerdings bei gleichem Filterdurchmesser schwerer. Je nach Ausführung haben variable Zielfernrohre aber auch Nachteile, z.B. kann das Absehen zum einfachen Schätzen der Entfernung verwendet werden, bei einer andern Bauart ist dies nicht möglich. Bauartbedingt verändert sich beispielsweise auch das Absehen: Das Fadenkreuz bleibt konstant fein oder wird bei zunehmender Vergrößerung immer "dicker".

Ein Zielfernrohr als reines Vergrößerungsglas wäre allerdings wertlos, es wird eine Markierung als Zielhilfe benötigt. Umgangssprachlich hat sich der Begriff "Fadenkreuz" durchgesetzt, fachmännisch wird diese als "Absehen" bezeichnet. Unter "Absehen" versteht man die Art des "Fadenkreuzes". Diese Markierung kann ein normales Kreuz sein, welches tatsächlich früher aus Fäden angefertigt war. Heute sind dies in der Regel auf Linsen oder Glasplatten eingeätzt. Neben dem klassischen Fadenkreuz, gibt es auch solche, welche sich an den Kreuzungspunkten verjüngt oder unterbrochen sind oder mit einem Punkt oder Pluszeichen in der Mitte. Daneben sind auch eine Art "T" in Gebrauch, hier fehlt der obere vertikale Teil des Kreuzes. Bei dieser Absehensart sind ebenfalls verschiedene Varianten erhältlich. Die einfachste Art ist das "Kreisabsehen", hier befindet sich in der Mitte der Optik ein Kreis. Einige Zielfernrohre bieten die Option, in der Mitte ein Leuchtpunkt zuzuschalten.

Um die Entfernung abzuschätzen gibt es bei verschiedenen Zielfernrohren Hilfsmittel: Beim "Mildot-Absehen" befinden sich auf den Achsen des Kreuzes oder des Ts Markierungen in exakt gleichen Abständen. Kennt man die Größe des Zieles, so lässt sich mithilfe dieser Markierungen die Entfernung bestimmen und das Zielfernrohr kann entsprechend eingestellt werden. Für die Einstellung des Zielfernrohres nehmen Scharfschützen und Jäger Tabellen in Anspruch. Bei anderen Zielfernrohren ist eine "Skala" eingearbeitet; passt ein Objekt genau zwischen diese Skala, hat man die Entfernung. Diese Skala besteht aus einer Geraden über der sich eine parabelähnliche Kurve befindet. Das Mildot-Absehen gilt allerdings als exakter. Mit entsprechenden Einstellungen an den Absehverstellungen wird der zunehmende Geschossabfall, bzw. die seitliche Abweichung, korrigiert.


Ein Zielfernrohr muss auf eine Waffe eingeschossen werden, i.d.R. auf eine Entfernung von 100m. Manche bevorzugen eine Entfernung von 150 m um dann Hoch- und Tiefschuss ohne Verstellung des ZFs berücksichtigen zu können. Irgendwann bei zunehmender Entfernung muss dann die horizontale und vertikale Ebene entsprechend eingestellt werden, damit das Ziel präzise getroffen wird.

Die Zielgenauigkeit wird von folgenden Parametern beeinflusst: Verwendetes Kaliber, Lauflänge, Treibladung, Gewicht des Geschosses und dessen Aerodynamik, spezifische Geschossbahn (Schussparabel und Drall). Auch Umwelteinflüsse wie Wind, Luftdruck/Luftdichte spielen u.a. bei zunehmender Entfernung eine Rolle. Es ist also nicht so, dass man mit einem Gewehr samt Zielfernrohr zum Präzisionsschütze wird: Um Ziele in größeren Entfernungen bekämpfen zu können, bedarf es viel Übung. Mal einfach einen Treffer auf 500 m oder darüber zu landen gleicht bei einem ungeübten Schützen einem Lotteriespiel mit entsprechenden Chancen. Zu beachten ist auch bei dem Gebrauch eines Zielfernrohres: Zwischen Auge und Zielfernrohr sollte Abstand gewahrt werden, ist man zu nah dran, kann ein Zielfernrohr durchaus zu Verletzungen an der Nase oder den Augen führen oder gar ein Lid abstanzen. Daher sind Zielfernrohre i.d.R. so konstruiert, dass die Austrittspupille bei 8 - 10 cm liegt, was dem Abstand Auge - Okular entspricht. Dann erst stellt man das "Fadenkreuz" ein, dieses sollte gestochen Scharf zu sehen sein und ein leichter Kreisschatten erkennbar. Schon bei der Montage gilt dies zu berücksichtigen. Die Anbringung eines Zielfernrohres ist daher schon eine sehr individuelle Angelegenheit. Der Finder eines Gewehres mit ZF muss also nicht automatisch mit dieser Waffe zurechtkommen. Hier ist Nachjustierung gefragt. Ohne entsprechende Kenntnisse ein recht langwieriger Prozess. Man wird nicht umhinkommen, das Zielfernrohr auf sich einzustellen, ggf. sogar neu zu montieren und die Waffe dann entsprechend einzuschießen.

Viele zivile oder behördlich genutzte Gewehre sind mit Zielfernrohren ausgerüstet. Schließlich werden Zielfernrohre nicht nur von militärischen/polizeilichen Marksmen oder Präzisionsschützen verwendend. Sportschützen, welche auf große Entfernungen schießen, z.B. Long-Range-Shooting oder Benchrestschießen, nutzen ebenfalls Gewehre mit ZF. Daneben sind zahlreiche Jagdgewehre mit Zielfernrohren ausgerüstet. In den USA hat die Jagd mit Pistolen oder Revolver eine eigene Tradition. Ruger z.B. bietet einige Revolver seiner Serien "Super-Redhawk" oder "Super-Blackhawk" an, welche mit dem Zusatz "Hunter" versehen sind. Diese besitzen ab Werk entsprechende Aufnahmepunkte zur Zielfernrohrmontage.

Die Chancen stehen also nicht schlecht, eine entsprechend zugerüstete Waffe zu finden.


Dieser Artikel wurde zuletzt am 22.Juli 2016 um 12:38 Uhr geändert.
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